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Apostelgeschichte 2010 - Teil 12

Freitag, 1. Februar 2008

Apostelgeschichte 2010

Die Taufe des heidnischen Hauptmanns Kornelius hat einige Aufregung in der Jerusalemer Gemeinde erzeugt. Simon Petrus aber kann die erregten Gemüter beruhigen: Gott hat den Heiden die „Umkehr zum Leben” geschenkt.

Nach der Verfolgung und dem Tod des Stephanus macht die Kirche einen entscheidenden Schritt in die Welt der Heiden. Die Missionare kommen auf ihren Wegen bis nach Phönizien, Zypern und Antiochia.

Trotz Verfolgung wächst die Kirche. Eine besondere Rolle spielt die Stadt Antiochien in Syrien. Aus dieser drittgrößten Stadt des römischen Reiches, die wirtschaftliche, kulturelle und religiöse Bedeutung erlangte, stammt der Überlieferung nach Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte.

Hier in Antiochia entsteht die erste heidenchristliche Gemeinde. Sie wird dann auch Ausgangspunkt für Barnabas und Paulus, die von dort für ihre Missionsreisen quer durch den Mittelmeerraum ausgesandt werden. (Apg 13,1-3).

Wer ist Barnabas? Er ist ein Christ aus Zypern, der von der Jerusalemer Gemeinde nach Antiochia gesandt wird. Dort sieht er, wie Gottes Geist in dieser jungen Gemeinde am Werk ist, er erlebt eine lebendige und dynamische Kirche.

Apg 11,25-26

Barnabas aber zog nach Tarsus, um Saulus aufzusuchen. Er fand ihn und nahm ihn nach Antiochia mit. Dort wirkten sie miteinander ein volles Jahr in der Gemeinde und unterrichteten eine große Zahl von Menschen. In Antiochia nannte man die Jünger zum erstenmal Christen.

Neue Mitarbeiter werden nun gesucht. Barnabas erinnert sich an Saulus. Wahrscheinlich hat er ihn aus den Augen verloren. Weil aber zwischen den beiden Männern eine gute Freundschaft besteht, beginnt er ihn zu suchen und er findet ihn in Tarsus, in seiner Heimatstadt.

Der Geist, der die Kirche lenkt, bedient sich der persönlichen Bindungen des Menschen zum Wohl des Ganzen. Zum ersten Mal werden die Jünger Jesu in Antiochia „Christen” genannt. Und der Name wird zum Symbol für die Menschen, deren Heil in Jesus Christus liegt. Als eine große Hungersnot hereinbricht, beschließen die Jünger, dass jeder von ihnen nach seinen Möglichkeiten die in Judäa wohnenden ChristInnen unterstützen solle.

Apg 11,27-26

In jenen Tagen kamen von Jerusalem Propheten nach Antiochia hinab. Einer von ihnen namens Agabus trat auf und weissagte durch den Geist, eine große Hungersnot werde über die ganze Erde kommen. Sie brach dann unter Klaudius aus. Man beschloss, jeder von den Jüngern solle nach seinem Vermögen den Brüdern in Judäa etwas zur Unterstützung senden. Das taten sie auch und schickten ihre Gaben durch Barnabas und Saulus an die Ältesten.

Diese Kollekte in Antiochia zur tätigen Hilfe für die Muttergemeinde wird zum Vorbild für alle weiteren Hilfsaktionen der Kirche für bedürftige Gemeinden.

Für mich – seit vielen Jahren arbeite ich in der Pfarrcaritas mit – ist das ein deutlicher Hinweis auf die vielfältige Caritasarbeit in unserer Zeit. Denn um zu verstehen, was es damals bedeutete, in einer entfernten Gemeinde zu helfen, muss man sich bewusst machen, dass heute durch die technischen und gesellschaftlichen Fortschritte die „fremde Gemeinde” in Afrika, Asien, im Nahen Osten oder auch in Kiew liegt.

Auch in unserer Pfarre werden Aufrufe zur Hilfe für Mitmenschen gehört: Ich denke an die verschiedenen Missionssammlungen, an die jährliche Sternsingeraktion oder wenn wir versuchen, auf Katastrophen (wie Tsunami, Hochwasser ...) zu reagieren.

So war es auch bei der Tschernobyl-Reaktor- Katastrophe – für uns war es der Auslöser für das Projekt „Tschernobylaktion”: Wir wollten Kindern aus der Ukraine trotz der negativen Folgen von Tschernobyl eine Zukunft ermöglichen. Seit 13 Jahren nehmen Gastfamilien Kinder auf. Die Familien zeigen Mut, Toleranz und Geduld für „Fremde”. Als wunderbare Folgeerscheinung konnte durch die Unterstützung unserer Pfarre im Jahr 2001 das Straßenkinderheim in Kiew eröffnet werden. Seither trägt unsere Pfarrgemeinde einen großen Teil der Betriebskosten, unsere langjährigen Kinderprojekte haben auch viele Menschen außerhalb unserer Pfarre interessiert und zu wertvollen Sponsoren werden lassen. Die tätige Hilfe aller caritativen Mitarbeiter, Helfer und Unterstützer macht nicht nur „Fremden” sondern uns allen Freude.

Helga Tippel
Caritas-Mitarbeiterin im PGR
Projektleiterin für die Kinder von Kiew


Apostelgeschichte 2010 - Teil 1

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